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Flucht

Ich sehe mein Spiegelbild.
Rot geränderte Augen,
eingefallene Wangen,
ein Bild des Elends.
Von meinem Gesicht tropft das Wasser,
doch der Papierständer ist leer.
Ich bin gelaufen,
die ganze Nacht,
war auf der Flucht vor Erinnerungen.
Doch sie haben mich eingeholt.
Ein LKW hielt neben meinem bewusstlosen Körper,
ein Mann stieg aus,
er nahm mich auf seine Arme.
Ich erwachte auf dem Beifahrersitz,
wunderte mich,
dass es warm war.
Er lächelte mich an.
Mich schauderte,
denn er sah aus wie Du.
Sein Lächeln war wie Deines,
als du dein Kapitänsabzeichen bekamst.
Ich schwieg,
doch er sprach ohne Unterlass,
die ganze Zeit.
Er sprach über Indien,
sein Heimatland.
Von den Elefanten,
mit denen er einmal gearbeitet hat.
Im nächsten Ort steige ich aus,
doch meine Seele wacht über ihn,
weil sie über Dich nicht mehr wachen kann...

JR

20.9.10 20:50


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Erinnerung

Wo bin ich?
In der Luft liegt dieser Geruch.
Ich kenne ihn,
aber ich erinnere mich nicht.
Meine Augen brennen.
Zu viele Farben,
zu stark leuchten sie,
wie ein Regenbogen.
Wie war das Wort?
Intensiv.
Träge schwebt mein Verstand,
wo ist der Rest von mir?
Fühlt sich so Freiheit an?
Nein,
nicht wirklich.
Ich habe sie einst gekannt,
aber nun,
da kenne ich nur noch die Abhängigkeit,
die mich fesselt.
Ich wäre jetzt gerne in Paris.
In einem hübschen Café,
einen leckeren Kuchen essen,
einen heißen Kaffee trinken.
Aber ich bin hier,
auch wenn ich nicht weiß,
wo hier eigentlich ist.
Ist es die Droge,
die mich so verwirrt,
mich so durcheinander bringt?
Ich denke schon.
Der Regenbogen wird schwächer.
Ich erkenne die Sonne.
Sie ist so schön.
Die Nacht breitet sich langsam aus,
an den Rändern ist es schon schwarz.
Alles verwischt,
nichts ist mehr wichtig,
ich spüre nichts mehr.
Ah,
jetzt erinnere ich mich.
Ich rieche das Meer...

 JR

25.4.10 02:30


Im Frühling,
wenn die Welt erblüht,
sitze ich im Garten,
umgeben von schillernden Farben.
Das Wasser eines Sees,
einem Spiegel gleich,
gibt alles um mich wieder.
Wie eine Welt zwischen den Welten.
Das Ballkleid meiner Mutter,
das funkelnd im feuchten Gras liegt,
ich will es nicht anziehen.
Denn dann kommt der Froschkönig.
Er nimmt mich mit in die Spiegelwelt,
wo keine Uhren schlagen
und die Zeit still steht.
Aber ich bin lieber hier,
spüre den Tau auf meiner Haut,
lebe und liebe,
sehe die Zeit verstreichen
und lasse die Ewigkeit eine Ewigkeit ohne mich sein...
23.7.09 01:05


dieser Augenblick

Ein Schritt,
ein Wimperschlag.
Mehr ist uns nicht erlaubt.
Dein Haar,
schimmert rot im Morgengrauen.
Traurig glitzern deine Augen,
denn du weißt
was auch ich weiß:
kommt der Tag,
ist unser Augenblick vorbei.
Zarte Schatten zeichnet die Sonne
auf dein Antlitz,
auf deine Seele.
Nicht mehr lange,
dann müssen wir fort.
Jeder seiner Wege gehen,
ohne einen letzten Kuss,
ohne eine letzte Berührung.
Das Licht erstrahlt,
die Nacht muss weichen.
Du löst dich auf.
Das einzige,
das von dir bleibt,
ist die Erinnerung.
Und die Hoffnung auf die nächste Nacht...

23.7.09 00:56


meine Suche

Jeder meiner Schritte,
mit Angst getan,
raschelt durch das feuchte Laub.
Die schatten um mich her,
tief und schwarz,
sagen mir: geh fort!
Aber ich kann nicht gehen.
Ich muss dich finden.
Die Rose in meiner Hand,
die einst so schön gewesen,
neigt sich bereits der Erde zu.
Ich suche nach dir,
nach deinem Namen.
Das ferne Tor klappert im Wind,
ruft mich zu flucht.
aber ich muss weitergehen.
Ich gehe vorbei an Engeln und an Teufeln,
an kreuzen und an Blumen,
sie alle Lächeln mir zu,
verheißen mir Dinge, die ich niemals sah.
Dinge, die nur du mir hättest geben können.
Und dann,
endlich,
finde ich dich.
Dein Name,
fast unkenntlich auf dem kalten Stein geschrieben.
traurig senke ich den Blick,
und lege meine Rose auf dein Grab...

für meinen Vater

10.4.09 01:54


zu spät...

Nicht nur du,
sondern auch ich.
Wir beide werden niemals mehr die Sonne sehen.
Verdammt in den Schatten,
bleiben wir der Rettung verborgen.
Niemand wird uns finden,
keiner wird uns die Hand entgegenstrecken.
Wir sind auf uns allein gestellt,
jeder für sich.
Ich höre dich,
du rufst nach mir.
Doch antworten kann ich dir nicht.
Das wird mein letzter Atemzug.
Mein letzter Augenblick,
das letzte Mal,
dass ich den Windhauch spüre,
der mir von der Freiheit erzählt.
Dann zieht es mich in die Tiefe
und ich sehe über mir das Licht über den Horizont steigen...
10.4.09 01:40


Warten

Liebe,
ein Wort das nicht immer nur ein Wort ist.
Manchmal ist es mehr,
manchmal bedeutet es die Welt.
Dann wieder bedeutete es Schmerz,
Tränen,
Scherben,
und die einsamste Dunkelheit.
Aber wenn man sich diesem Wort nicht stellt, 
wird  es auf ewig ein Wort bleiben.
Ich sitze in der Dunkelheit und warte,
dass du mir doch noch die Welt zeigst...

2.2.09 14:43


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